Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar in Brand gehalten werden. es soll nie erlöschen!                                                     (3. Mose 6,6)


Ein Haus des Gebets Sein

 

„Wenn wir als Bethanien die gemeinschaftliche Berufung haben ein Haus des Gebets, der Gastfreundschaft und der Auferstehung zu sein, dann ist dies nur möglich, wenn wir wie Petrus zum Bettler an der Schönen Pforte sagen können: "Was ich aber HABE, das gebe ich dir!" Das wiederum setzt voraus, dass diese Berufung nicht aus Aktionismus fließt, sondern aus unserem Sein und täglichen Er-Leben miteinander. Daraus, dass wir SELBST in Bethanien beten und aus der Intimität mit Jesus als Quelle leben, dass wir SELBST freundlich und als miteinander auf dieser Erde zu Gast Seiende leben, dass wir SELBST die Kraft der Auferstehung an unserem Geist, unseren Seelen und Leibern erfahren haben und immer wieder erfahren. NUR so können wir Leben geben, dass wir haben. Und NUR so können wir es geben aus der Erfahrung heraus, dass es immer wieder nach fließt und wir DESHALB keinen Mangel haben.“

(So steht es in unserem Leitbild.)

Als Maria von Bethanien das Salböl über Jesus ausgoß, heißt es, dass das GANZE HAUS vom Duft dieses Öls erfüllt wurde,

Ein Haus – ein Opfer – ein Wohlgeruch.

Die Bibel nennt uns „Tempel des Heiligen Geistes“ - SEIN Haus.

Der Römerbrief bezeichnet unsere ganze Hingabe – die auch vor dem Fleisch nicht Halt macht – als unseren „vernünftigen Gottesdienst“, der diesen Tempel erfüllen möge. Unsere Hingabe ist unser Opfer an Gott – unser DANKopfer, nicht unser SÜHNEopfer!

In unserem Frühgebet bitten wir immer wieder darum, dass unsere Kleider erfüllt werden mögen mit dem Wohlgeruch Christi.

Wieder: ein Haus – ein Opfer – ein Wohlgeruch.

Der Ort, an dem die SHEKINAH – die manifeste Gegenwart Gottes – beständig im Tempel wohnte, war die Bundeslade, die im Allerheiligsten stand. Über dieser Bundeslade – quasi im geistlichen Bereich dieser Lade – steht der Gnadenthron Gottes, zu dem wir, seit der Vorhang zerriss, permanent Zutritt haben.

Dieser Wohnort der SHEKINAH befindet sich nicht mehr an einem irdischen Ort in einem irdischen Tempel aus Stein und Mörtel. Dieser Wohnort der Dreieinigkeit, samt der geistlichen Bundeslade und dem freien Zutritt zum Thron der Gnade, ist UNSER HERZ. Hier wohnt Gott in unserem Menschsein. Hier ist der Altar, auf dem wir Gott DANK opfern. Hier thront die Gnade. Hier ist unser Immanuel-Ort.

In diesem Tempel, der in unsere sterbliche Hülle gekleidet ist, weil es Gott gefallen hat den Schatz SEINER Gegenwart in ein irdisches Gefäß zu legen, findet unser „vernünftiger Gottesdienst“ statt. Von Angesicht zu Angesicht mit dem Ewigen, dem Lebendigen, dem Anfänger und Vollender ALLER Dinge.

Aus der Anbetung in unserem eigenen, verborgenen Immanuel-Ort fließt alle gemeinschaftliche Anbetung.

Hier öffnet sich der Wohlgeruch des Himmels auf der Glut der Ersten Liebe in unseren Herzen. Hier steht der siebenarmige Leuchter des Geistes, dessen Lampen beständig mit dem übernatürlichen Öl SEINES Geistes befüllt, brennen.

Wir haben als Teil der „Bethanien-Salbung“ unser Augenmerk auch auf die Begebenheit gerichtet, bei der Maria zu Jesu Füßen sitzt und ihm zuhört, während ihre Schwester Marta in der Küche steht und  - wie Kris Vallaton es einmal ausgedrückt hat - „Die Sandwiches macht, die Jesus nie bestellt hat“.

Als Jesus in Marias Haus kommt, lässt sie ALLES ANDERE stehen und liegen und wendet sich ihm GANZ zu. Ich stelle mir vor, wie sie vor ihm sitzt, ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet, seine Gegenwart atmend. Ich stelle mir vor, wie sie ruhig wird unter seinem Blick. Wie sie ihn anschaut – und in der Tiefe erkennt. Und wie sie sich von ihm anschauen und in der Tiefe erkennen lässt.

Vom Fleisch gewordenen Wort. Vom Abglanz des Ewigen. Vom Licht der Welt. Vom Antlitz der Liebe. Vom Heil aller Welt. Vom Ursprung und Ziel alles Geschaffenen. Vom Inbegriff von Schönheit und der Poesie der Ewigkeiten. -

Und was sagt Jesus über Maria?  - „Sie hat das BESTE erwählt; DAS kann ihr niemals genommen werden!“

Vor dem Opfer kommt die intime Begegnung. Von Angesicht zu Angesicht. Das Heraustreten aus unserem eigenen Blick oder den Blicken der anderen und das Hineintreten in die Ausschließlichkeit SEINES Blickes.

SO erwählen wir das Beste.

Ja, wir erwählen das BESTE, indem wir seinem Blick der Liebesglut immer wieder erlauben das erste und einzige Feuer zu sein, dass die Kohlen auf unserem Herzensaltar zum Glühen bringt. BEVOR wir irgendetwas darauf opfern.

Wir erwählen das BESTE, wenn wir nicht selbst das ÖL für unsere Lampen pressen wollen, sondern dem Heiligen Geist erlauben diese beständig mit SICH selbst nachzufüllen.

Wenn wir gemeinsam ein Haus des Gebets sein wollen, muss zuerst jeder einzelne ein Haus des Gebets sein. Und wir müssen lernen der Kultur dieser Welt zu widerstehen, die immer zuerst auf die Opfer und Ergebnisse und die Leistung schaut.  Denn allein die Liebe, die Gott ZUERST in unser Herz ausgießen muss, befähigt zu solch rückhaltloser Hingabe und selbstvergessenen Opfern, wie das der Maria von Bethanien.

In Liebe Geopfertes verströmt den Wohlgeruch des Himmels, der dann das GANZE Haus erfüllt. Nur in dieser Reihenfolge wählen wir das Beste. 

Das ist unsere Motivation und die Blickrichtung mit der wir diesen ersten Teil unserer Grundberufung betrachten.