Der Christ lebt aus den Zeiten Gottes und nicht aus seinem eigenen Begriff vom Leben. (d. Bonhoeffer)


Unser Leitungsverständnis

 

In der Auseinandersetzung mit unserem Leitungsverständnis sind uns folgende vier Bibelstellen zu Schlüsselversen geworden, die sowohl Ethik, als auch Herzschlag, Blickrichtung und Leitlinie ausdrücken:

 

· Psalm 32,8: „Und ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“

 

· Petrus 5, 2-3: „Weidet die Herde Gottes, die euch anvertraut ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig; nicht aus schändlicher Gewinnsucht, sondern von Herzensgrund; nicht als solche, die über das Anvertraute herrschen, sondern als Vorbilder der Herde.“

 

· Korinther 1, 24: „Nicht, dass wir Herrscher über euren Glauben sind, sondern, wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr steht im Glauben.“

 

· Matthäus 20, 25-28: „Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch: Sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“

 

Ethik

Unser Grundwert im Kontext von Leitung ist, dass Leitung für uns „hinführen zur Quelle“ bedeutet, immer auch das Bild mit der leeren Mitte im Hinterkopf behaltend. Wer leitet wird weder selbst zur Quelle, noch hat er das Recht die anderen so zu dirigieren, dass sie zu seiner Quelle werden.

 

Herzschlag

Wenn wir versuchen zu erspüren wie Gott bzw. Jesus Leitung ausübt, dann immer mit einem geöffneten Herzen, das sich und seine Motive ehrlich zeigt. Da gibt es keine versteckte Agenda, kein strategisches Kalkül. Leitung aus Gottes Perspektive geschieht eingebettet in Beziehung auf Augenhöhe, in Nahbarkeit und in der absoluten Ungehörigkeit des sich Verletzbarmachens, mit dem Er immer wieder sein Innerstes nach außen kehrt und Sein Herz offenbar macht. Das ist diametral entgegengesetzt zu jedem Modell menschlich gewohnter Leitung. Gott war und ist der unveränderlich Demütige – gerade auch in seiner Leitung, die den Menschen dient und sie nicht tyrannisch beherrscht.

 

Blickrichtung

Die Blickrichtung für den Leitenden, die sich für uns daraus ergibt, buchstabiert sich wie folgt: Wahre Leitung ist immer ein Akt der Selbstlosigkeit, der Blick ist in gesunder Weise von den eigenen Wünschen und Bedürfnissen losgelöst und auf Christus in den Geschwistern und in der Gemeinschaft gerichtet. Und zwar in Verbindung mit der Fragestellung: Was fördert IHN und SEIN Reich jetzt? Wie will ER sich in unsere leere Mitte in dieser Situation ergießen?

 

Leitlinie

Leitung bedeutet für uns also dem anderen im Blick darauf, was Christus in ihm fördert, wahrhaftig in der Liebe und im Rahmen der eigenen Ressourcen und gesunden Grenzen zu dienen. Das Dienen und nicht das Herrschen, das Fördern, Ermutigen und auch in wahrhaftiger Liebe Ermahnen macht für uns die Handlungsempfehlung Christi aus. Das impliziert auch, dass nur weil wir – Bea, Stefan und Christina – Bethanien gegründet haben, daraus kein für immer verbrieftes Recht auf lebenslange Leitung von Bethanien innehaben.

 

Zusammengefasst kann man sagen, dass wir uns danach ausstrecken, dass folgendes Missionstatement in unserer Mitte konkret wird:

 

Wo immer wir in unserer Identität und/oder Gabe Leitung ausüben, schulden wir unseren Geschwistern die von uns und unseren Bedürfnissen losgelöste, ungetrübte Erfahrung von Christus. In ihnen und von außen her kommend. Mit dem Potential ihre eigene leere Mitte auszufüllen – auf die Weise und in der Gestalt, die ER wählt.“